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Situationistische Revolutionstheorie heute
Zur cosmopolitischen Selbstaufhebung der Klasse
in der Reihe Revolutionstheorien Revisited (II)
am Samstag, 15.10.2005, Beginn um 19.00 Uhr
im Versammlungsraum im Mehringhof (U-Bhf. Mehringdamm)
Im Rahmen einer Abendveranstaltung stellen Biene Baumeister, Zwi und Negator - die Autoren der in diesem & im letzten Jahr erschienenen Bände des Buch&Onlineprojekts Situationistische Revolutionstheorie Vol. I&II (im Netz unter www.theorie.org) nicht nur die Geschichte der situationistischen Strömung vor, sondern erläutern auch Schlüsselbegriffe ihrer an die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie anschließenden Theorie, die die revolutionären Möglichkeiten des Proletariats ebenso betont wie die fortgeschrittenen, "spektakulären" Formen des Kapitalverhältnisses.
Infos und Materialien unter www.klassenlos.tk
Eine Veranstaltung von Revolutionstheorien Revisited und Mehringhof e.V.
Veranstaltungsort: Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin - Kreuzberg -
Tel: 030 - 69 28 779
Situationistische Revolutionstheorie heute - Tagesseminar
am 16.10.2005, Beginn um 12.00 Uhr
Im Tagesseminar wollen wir das Projekt der kritischen Aneignung der situationistischen Revolutionstheorie gemeinsam weiter entwickeln.
Infos, Materialien und Anmeldung unter www.klassenlos.tk
Intro der Referentinnen:
Wenn die Situationistische Internationale (1957 – 1972) darauf drängte, „das 20. Jahrhundert zu verlassen“, dann war damit zweierlei gemeint: zum einen die Rückkehr der proletarischen Revolution aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen der Ansatz zum Sprung aus einer hochentwickelten kapitalistischen Ökonomie in eine staatensprengende hightech-Rätemacht, die „generalisierte Selbstverwaltung“ im Sinne eines Westlichen Communismus, der bereits auf das 21. Jahrhundert abzielte.
In Frankreich ging im Mai 1968 beides zusammen in jenem historischen Moment der „Bewegung der Besetzungen“, auf deren Auslösung wie Radikalisierung gleichsam „aus dem Nichts“ heraus die Situationist_innen maßgeblich hingewirkt hatten und die um 1969 über ganz Europa, vor allem Italien, und weltweit ausstrahlen sollte. Diese manifeste „Wiederkehr des Proletariats“, des selbständig agierenden, sich kurzfristig der Produktionsanlagen einer modernen Industriegesellschaft direkt bemächtigenden Gesellschaftssubjekts als plötzlich hervorbrechende „wirkliche Bewegung, die den bestehenden Zustand aufhebt“ (Marx über Communismus als Tendenz statt bloßer Idee) ist heute ins gesellschaftliche Unbewusste verdrängt, zu einer Legende „der Studenten- und Jugendbewegung“ entschärft. Mit ihr die kritische Theorie der SI, ihre „theoretische Praxis“ der modernen Revolution.
Während die kritische Theorie des späten Adorno die gesellschaftliche Emanzipationsmöglichkeit zu recht vom historischen „Verhängnis“ der Shoah her denkt, hingen Denken und Praxis der Situationist_innen ausschliesslich an den unabgegoltenen Niederlagen der proletarischen Revolutionsanläufe bis zum Spanischen Bürgerkrieg und dem Hitler-Stalin-Pakt. Aufgrund der Ausblendung der Shoah, des modernen Antisemitismus und des eliminatorischen Deutschland rutschten sie so (wider Willen) in eine Art verborgenen linkskommunistischen Geschichtsoptimismus ab. Damit fielen sie hinter ihren eigenen Anspruch, im Gegensatz zur überkommenen Linken „die Niederlage des gesamten revolutionären Projekts (…) unseres Jahrhunderts in ihrem ganzen Ausmaß und ohne irgendeine tröstende Illusion zu erkennen“, selber noch zurück.
Um so dringlicher steht heute eine Aktualisierung der situationistischen Revolutionstheorie an, einfach deshalb, weil die von ihr aufgeworfenen Fragen ebenso fundamental wie unabgegolten geblieben sind. Die Rezeption der situationistischen Kritik und Praxis und die Postulate der Kritischen Theorie Adornos u.a. bedürfen vielmehr einander als Korrektiv. Bisher sind sie voneinander künstlich getrennt geblieben. Veranstaltung und Seminar versuchen diese Trennung aufzuheben entlang den Problemstellungen, wie die SI in ihrer Zeit sie neu aufgeworfen hat:
die cosmopolitische Organisationsmöglichkeit der globalen Gesamtarbeiter_in aufgrund dessen, was Marx bereits ökonomiekritisch den „kapitalistischen Kommunismus“ nennt (in diesem Kontext dann die jeweils konkrete Besonderheit der Staaten Deutschland und Israel); die Abschaffung der Lohnarbeit (und damit des Kapitals) und revolutionäre Transformation der notwendigen Arbeiten in „travail attractif“ (Aufhebung von „Arbeit“ und „Spiel“ ineinander); die Selbstorganisierung der bewusst-negatorischen Elemente - gegen die Lohnabhängigkeitskonkurrenz und gegen jede politische Repräsentation - zur „Klasse des Bewusstseins“; die Ambivalenz des „Unbehagens im Kapitalismus“, die „radikalen Bedürfnisse“ (Marx) und die Frage: was heisst „revolutionäres Begehren“ (SI)? Die von der SI ebenfalls noch übersehenen „Trennungen des Geschlechts“ (gender & role models) werden hierbei endlich kritisch ins Zentrum akueller „Psychogeografie“ und alltags-aufbrechender „Konstruktion von Situationen“ zu r
ücken sein.
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